Stark, unabhängig, single

Stark, unabhängig, Single

Alles, worüber ich schreibe, basiert auf meinen Beobachtungen – wie ein Reisender, der seine Eindrücke unterwegs sammelt. Es ist nicht mein Ziel, jemanden zu belehren oder zu verurteilen. Jeder von uns hat seine eigenen Erfahrungen und Perspektiven, die unseren Blick auf die Welt prägen. Vielleicht findest du dich in meinen Worten wieder, vielleicht siehst du die Dinge aber auch ganz anders. Lass uns im Kommentarfeld in den Austausch gehen, wie Reisende, die am Lagerfeuer sitzen und ihre Geschichten teilen, um voneinander zu lernen und neue Blickwinkel zu entdecken.

Wer sind die erfolgreichen unabhängigen Single Frauen?

Ich spreche hier nicht unbedingt nur von Frauen in Führungspositionen oder solchen mit einem Jahresgehalt von 100.000 EUR. Vielmehr meine ich Frauen die Ziele im Leben haben, ein festes Einkommen und den Wunsch, sich ständig weiterzuentwickeln – ob sie nun das Büro rocken, das nächste Start-up gründen oder gerade lernen, wie man auf einem Bein balanciert. In unseren Städten gibt es Tausende von ihnen – und die Zahl steigt. Die Nachfrage nach Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen boomt, Supermärkte bieten immer mehr Single-Portionen an, und selbst Möbelhäuser haben längst erkannt, dass es ein Marktsegment für Einpersonenhaushalte gibt.

Warum entscheiden sich diese Frauen für ein Leben als Single?

Ist es eine bewusste Entscheidung? Entscheiden sich diese Frauen bewusst gegen eine Beziehung und für die Macht? Für die Kontrolle über ihr eigenes Leben? Wir alle haben so eine Frau im Freundeskreis – oder vielleicht bist du selbst die erfolgreiche Single-Frau in deinem Freundeskreis. Diese Frauen reisen, interessieren sich für Kunst und Kultur, zahlen Steuern, sind sexy, und investieren in ihre Weiterbildung. Manche geben ohne mit der Wimper zu zucken 1.500 EUR für eine Handasche aus – und sie sind allein. Warum? Ist der Mensch wirklich dazu gemacht, allein zu sein?

Dating-Apps und die Realität der Dating-Szene

Aber halt, die steigende Zahl an Dating-Apps spricht eine andere Sprache. Menschen geben bereitwillig Geld aus, um den richtigen Partner zu finden. Ist es mit Männern nicht auch so wie mit einem Designer Kleid? Man möchte erst mal nur probieren und sicher gehen, ob die Größe passt, ist aber irgendwann erschöpft vom ständigen Umziehen und Anprobieren. Auch die erfolgreiche Single-Frau swipet eifrig durch die Profile, wie eine Fashionista durch die neueste Kollektion – geht auf Dates, probiert aus, aber am Ende fühlt sie sich oft erschöpft von der Dating-Szene. Es scheint also nicht so, als ob diese Frauen sich bewusst gegen eine Beziehung entscheiden.

Hohe Ansprüche oder kleine Zielgruppe?

Mit zunehmendem Alter scheint die Auswahl zu schrumpfen. Uns wird oft nachgesagt, wir hätten zu hohe Anforderungen. Ist das wahr? Oder liegt es an der immer kleiner werdenden Zielgruppe? Männer in ihren 30ern gehen häufiger Beziehungen mit Frauen in ihren 20ern ein, während es umgekehrt noch immer die Ausnahme ist. Dazu kommt, dass die erfolgreiche Single-Frau finanziell unabhängig ist. Ihr Leben dreht sich nicht darum, unbedingt einen Mann zu finden, eine Familie zu gründen oder sich finanziell abzusichern. In erster Linie will sie die Liebe finden, die Energie spüren, einen Mann, der intellektuell mithalten kann, der mit ihr tiefgründige Gespräche führen kann und der sie versteht und schätzt. Oder in anderen Worten – Sie sucht einen Mann, der nicht nur ihr Herz, sondern auch ihr Gehirn zum Schmelzen bringt – ein Wortakrobat, der sie intellektuell herausfordert und dabei versteht und schätzt, dass sie keine Prinzessin ist, die gerettet werden muss, sondern eine Königin, die ihren Thron teilt.

Sind die Ansprüche nun wirklich zu hoch?

Sind erfolgreiche Single-Frauen dazu verdammt, allein zu bleiben, weil sie zu hohe Ansprüche haben? Ist es zu viel verlangt, einen Partner zu finden, der mit einer starken, unabhängigen Frau umgehen kann?

In meinem Umfeld beobachte ich zwei Szenarien:

  1. Das Langzeitsingle-Szenario:

Das erste mir sehr bekannte Szenario ist, dass die erfolgreiche Single Frau sich zu einem Langzeitsingle entwickelt. Diese Frau hat akzeptiert, dass der Traumprinz nicht angeritten kommt. Sie ist erschöpft von der Dating-Szene und dem ständigen „Kennenlernen“. Aber das stellt für sie kein Problem dar, denn sie genießt ihr Leben trotzdem in vollen Zügen. Sie hat einen tollen Freundeskreis, verbringt viel Zeit mit Familie und Freunden, hat aber auch Freude daran auch mal alleine etwas zu unternehmen oder sogar alleine zu verreisen. Sie ist offen für eine Beziehung, bleibt aber Single, weil sie keine Kompromisse eingehen will. Sie hat vielleicht lockere Bekanntschaften, aber mehr entwickelt sich daraus nicht. Sie entscheidet sich also bewusst dazu, Single zu bleiben, obwohl grundsätzlich der Wunsch besteht, eine Partnerschaft zu haben. Denn wie eine gute Flasche Wein, wartet sie lieber auf den richtigen Moment und den passenden Jahrgang.

  • Das aktive Dating-Szenario:

Diese Frau ist nicht gerne allein und investiert viel Zeit in die Suche nach einem Partner – wie ein Schatzsucher auf der Jagd nach dem Goldtopf am Ende des Regenbogens. Selbst wenn sie müde ist, bleibt sie am Ball, weil es ihr eben wichtig ist. Manchmal geht sie Beziehungen ein, weil sie an ihren eigenen Ansprüchen zweifelt oder sich einreden lässt, ihre Anforderungen seien zu hoch. Diese Beziehungen sind oft nicht erfüllend und halten nicht lange. Doch die nächste Beziehung lässt nicht lange auf sich warten. Mit etwas Glück trifft sie während dieser Phase den richtigen Mann und wird glücklich. Allerdings ist die Gefahr, in einer unglücklichen Beziehung zu landen, leider doch auch hoch.

Kinderwunsch und die biologische Uhr

Ein weiterer entscheidender Faktor ist, ob die erfolgreiche Single-Frau einen Kinderwunsch hat oder nicht. Auch wenn es heißt, „30 ist das neue 20“, bleibt die biologische Uhr ein präzises Schweizer Uhrwerk, das sich nicht austricksen lässt. Wenn eine Frau erstmal die 30 überschritten hat und noch immer keine feste Beziehung in Aussicht ist, wächst die Angst. Und je größer die Angst, desto größer die Wahrscheinlichkeit, sich auf einen Mann einzulassen, den man vor ein paar Jahren noch nicht einmal in Betracht gezogen hätte. Auch hier kann sie Glück haben oder aber auch in einer unglücklichen Beziehung enden.

Gibt es den Mr. Perfect?

Auch wenn die letzten Absätze hoffnungslos klingen, möchte ich hier einen positiven Schwenk machen. Ich bin sicher, dass es Mr. Perfect gibt. Aber wie definieren wir den perfekten Mann? Können wir ihn im Otto-Katalog bestellen oder wie ein Auto konfigurieren – mit Ledersitzen, Freisprechanlage und dem gewissen Extra an Humor? Jetzt stellen wir uns mit viel Fantasie vor, wir könnten unseren Traummann selbst konfigurieren – wäre dieser Mann wirklich der Richtige für uns? Da wir ihn so nie hatten, können wir uns nur vorstellen und davon träumen, wie es mit ihm wäre, um genau zu sein, wie schön es wäre. Aber oft ist das eine große Illusion. Die wenigsten Menschen wissen wirklich, mit was für einem Mann sie glücklich werden würden – so, wie man nicht wirklich weiß, ob man eine neue Eissorte mag, bis man sie probiert hat.

Das Ziel: Glücklich sein

Ich nehme jetzt einfach an, dass das übergeordnete Ziel im Leben von uns allen das „glücklich sein“ ist. In all unseren Beziehungen– ob zur Familie, zu Freunden oder in der Liebe – streben wir nach Glück. Vorsicht, ich spreche hier nicht von „glücklich werden“, denn wir können keinen anderen Menschen verantwortlich für unser Glück machen außer uns selbst. Das heißt, selbst wenn es möglich wäre, den eigenen Partner zu konfigurieren, würde das nicht zwangsläufig zu einer glücklichen und erfüllenden Beziehung führen.

MyMrPerfect

Wir halten also fest, den Mr.Perfect gibt es, aber wir wissen nicht, wie er aussieht. Die erfolgreiche Karrierefrau ist es jedoch gewohnt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Sie hat konkrete Ziele und Vorstellungen, auch was den potenziellen Partner betrifft. Aber ohne zu wissen, dass der Mann, den sie sich vorstellt, womöglich gar nicht der Richtige Mann für sie ist. So kann es passieren, dass sie von einem Date zum nächsten geht oder von einer Beziehung in die andere springt und sich fragt, warum sie den perfekten Mann nicht findet.

Was für die eine Frau den Mr. Perfect darstellt, kann für die andere ein Albtraum sein. Ich habe mich ganz bewusst für das Wort „perfekt“ entschieden, denn wir alle wissen, Perfektion liegt schließlich im Auge des Betrachters. Deshalb spreche ich gerne von MyMrPerfect.

Und um MyMrPerfect anzutreffen, muss ich mich erst mal auf ihn einlassen. Hier sollten wir also unsere starren Vorstellungen loslassen und uns auf die Männer einlassen, die uns in dem Moment glücklich machen, auch wenn wir uns die Gründe dafür nicht erklären können und auch wenn dieser Mann auf dem Papier vielleicht nicht alle Kriterien erfüllt, könnte er doch dein persönlicher Mr. Perfect sein.

Ein neuer Blickwinkel

Zusammengefasst möchte ich betonen, dass es nicht darum geht, die eigenen Ansprüche zu senken. Im Gegenteil, jede Frau sollte zu ihren Werten und Erwartungen stehen. Es geht vielmehr darum, die eigenen Ansprüche regelmäßig zu hinterfragen und aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Denn oft wissen wir gar nicht so genau, was uns wirklich guttut.

Ich möchte an dieser Stelle ein persönliches Beispiel teilen: Bevor ich meinen Mann kennengelernt habe, war ich sechs Jahre lang Single und hätte mich selbst als „Master of Single“ beschrieben. Ich war überzeugt, dass ich einen Partner brauche, der genauso extrovertiert und gesellig ist wie ich. Welch eine Überraschung, mein Mann ist das genaue Gegenteil: Er ist ruhig, reflektiert und ein großartiger Zuhörer. Diese Eigenschaften ergänzen sich perfekt mit meinen und geben mir genau das, was ich brauche. In diesem Sinne habe ich meine Ansprüche nicht heruntergeschraubt, sondern vielmehr erkannt, dass meine ursprünglichen Vorstellungen vielleicht nicht unbedingt das waren, was mich tatsächlich glücklich macht.

Es geht also nicht darum, jemanden zu finden, der perfekt auf dem Papier ist, sondern jemanden, der sich perfekt für uns anfühlt. Lassen wir unsere starren Vorstellungen los und öffnen uns für die Möglichkeit, dass unser persönlicher „MyMrPerfect“ vielleicht anders aussieht als gedacht. Denn am Ende geht es um mehr als die Erfüllung einer Liste von Kriterien – es geht um echte Verbindung, Verständnis und das Gefühl, angekommen zu sein.

Lasst uns offen bleiben für die Männer, die uns in diesem Moment glücklich machen, auch wenn wir nicht alle Gründe dafür benennen können. Vielleicht ist genau dieser Mann, der uns jetzt zum Lachen bringt, der uns versteht und inspiriert, unser MyMrPerfect – unabhängig davon, wie unsere Liste der perfekten Eigenschaften aussieht. Vielleicht ist der perfekte Partner manchmal eben kein glänzender Ritter auf einem weißen Pferd, sondern eher der Typ im bequemen Hoodie, der uns die besten Serienempfehlungen gibt?

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